Das ist ein unsinniges Argument. Denn durch das Hüpfen haben sie keinen Vorteil. Deshalb hüpfen sie möglichst nicht. Man kann ja schön weiterverdienen, wenn man weitermacht. Was ich meinte war: Wir würden (zwangsläufig) sehr viele Bankenpleiten sehen, wenn die Anreize tatsächlich sehr ungünstig wären. Wir sehen nicht sehr viele, die Anreize können nicht *soo* schlecht sein. Stimmt es, dass es sich ‘lohnt’ 10 Jahre in eine Bank zu investieren (und die Dividenden mitzunehmen) um sie dann hopps gehen zu sehen? Nein. Aber es ist auch nicht so schlimm (wenn man sein Geld schon wieder raushat). Das macht keinen Sinn: Die Aktionäre würden das Pleiterisiko *immer* einpreisen. Wenn sie es nicht tun (oder nur zu einem geringen Prozentsatz), dann heißt das schlicht und einfach, das sie eine Pleite für sehr, sehr unwahrscheinlich halten. Hier wendest du einen kleinen, aber entscheidenden Trick an: Du sagst, die Gewinne bleiben gleich. Das ist kein “Trick”: Aktienrenditen und Price-Earnings Raten sind auf lange Sicht ziemlich stabil. Du wirst _kein_ Unternehmen finden, bei dem sich die Eigner mit so einem Ergebnis zufriedengeben. Stattdessen werden zweistellige Gewinnsteigerungen gefordert. Jaja “fordern” kann man viel wenn der Tag lang ist - da wäre aber auch noch die Konkurrenz, die das gleiche “fordert” und am Ende des Tages stehen sie doch wieder mit dem selben Gewinn da. Wenn Aktionäre wirklich *erwarten* würden (und nicht nur “fordern”), dass sich die Gewinne stark erhöhen, dann würden sie das in die Aktien einpreisen - dementsprechend wäre die P/E ratio viel höher. Das kann man bei bestimmten Unternehmen auch beobachten: Google hat eine P/E ratio von 50 .. offenbar erwarten die Aktionäre, das die Gewinne in Zukunft stark steigen, deswegen ist die Aktie sehr teuer verglichen mit den aktuellen Gewinnen. Das heisst, nach wesentlich weniger als 15 Jahren hat der Anleger sein Geld raus und verdient ab dann kräftig. Nein, wie gesagt: Macht keinen Sinn, *soo* einfach ist es auch nicht mit Aktien Millionär zu werden -> beschäftige dich mal mit “Portfolio Theory”, stinklangweilig liefert dazu aber die entscheidendenn Einsichten. Kann man als Eigner beeinflussen. Wenn sie es aus der Absicht heraus, noch höhere Gewinne zu erwirtschaften, nicht tun -> selbst schuld. Die Aktionäre sind ja nicht blöd. Wenn sie glauben würden, das das Unternehmen jeden Moment pleite gehen könnte, würden sie eine riesige Auschüttung fordern und den Laden schließen. Wenn die Aktionäre stattdessen viel Geld reinstecken dann kann man wohl davon ausgehen, dass sie erwarten das das Unternehmen noch ein Weilchen bei ihnen bleibt. Aktionäre sind keine “Götter” was Prognosen angeht (wie man kurz vorm Platzen der dot.com Blase sehen konnte). Aber ich bin auch immer skeptisch bei Leuten die sich hinstellen und sagen: “Ich weiß es besser als alle anderen” - Wer sich so sicher ist, soll seinen eigenen Arsch ins Feuer halten und dementsprechend investieren. Nur ausgeschüttetes Geld ist vor Gläubigern sicher. Wenn sie ihr Geld vor den “Gläubigern sichern” wollen würden, dann könnten sie gleich in Staatsanleihen investieren und müssten sich nicht erst mir den riskanten Aktien abgeben… realistischer als ‘die Bank geht nach 15 Jahren hops’ wäre wohl ‘die Bank hat in jedem Jahr eine Wahrscheinlichkeit von 1/15 hops zu gehen’ in *diesem* Fall wäre die erwartete Rendite der Aktionäre negativ.. auf das Geschäft würde sich kein Mensch einlassen! Wenn Banken wirklich so schnell hops gehen könnten, Sie können ganz schnell hops gehen. Schnell ja - aber nicht oft… Es müssen nur aus irgendwelchen Gründen alle Kunden ihre Einlagen zurück haben wollen. Stimmt “aus irgendwelchen Gründen” Das passiert natürlich in normalen Zeiten nicht. In Krisenzeiten kann man das keinesfalls garantieren. Nein man kann es natürlich nicht garantieren - aber *ich* halte es für sehr unwahrscheinlich, und genug andere Leute die ihr Geld in diese Institute stopfen offenbar auch -> wenn du es anders siehst, bitteschön: Wir leben in einem freien Land! Manche Leute halten alles mögliche für wahrscheinlich oder unwahrscheinlich. Du tust immer so als wären die in einer black-box gefangen und hätten überhaupt kein Interesse am überleben der Bank -> auch Quatsch. Das behaupte ich nicht. Wenn aber eine Massendynamik erst mal läuft, haben solche Überlegungen keinen Einfluß mehr. Bei einem Rockkonzert kann eine Anzahl von Ordnern, die nur 1/100 - 1/1000 der Zahl der Besucher entspricht, diese Meute bändigen. Aber nur solange die Meute mitspielt. Wenn da eine Panik ausbricht, werden die einfach überrannt. Völlig richtig - ich zweifele nicht an, dass das möglich ist, ich zweifele nur an das es *wahrscheinlich* ist, bzw. ausreichend wahrscheinlich um eine Intervention zu erfordern. Beispiel Rockkonzert: Es *könnte* eine Massenpanik ausbrechen - heißt das du bist dafür Rockkonzerte zu verbieten? Ich nicht, es passiert zwar - aber es passiert eben nicht oft. Ein Beispielszenario: Wenn die Klimaerwärmung (..) kann das kein lächerlicher 2%iger Mindestreservesatz und auch kein Einlagenfonds und auch kein Staat aufhalten. Ist es *unmöglich* das wir in eine neue “Great Depression” schlittern? Nein - aber es ist unwahrscheinlich und da es einen Trade-Off zwischen Effizienz und “Sicherheit” in dieser Frage gibt muss man sich eben für ein bestimmtes institutionelles Gefüge entscheiden. Wir *haben* und für eins entschieden und die meisten Menschen scheinen damit zufriedenn zu sein. Offenbar haben wir sogar eins, das sehr gut mit Krisen umgehen kann: Black Monday 1987, Lateinamerikanische-Schuldenkrise (mehrere Länder in LA haben ihre Schulden nicht mehr bedient), die Savings&Loans Krise in den USA in den 80ern, das Platzen der Japanischen Blase anfang der 90er, der Zusammenbruch der SU 1991, Irak-Krieg 1991, Asienkrise 1997/98, Russland- und Argentinienkrise 1998, LTCM-Zusammenbruch, Platzen der dot.com Blase 2000, 9/11 2001, Irak-Krieg 2003, .. all das waren durchaus heftige Schocks - aber alle hat unser System sehr schnell wieder verdaut, manchmal mit mehr oder weniger Magenschmerzen. Kann man Garantieren, dass nicht irgendwann einmal eine “Hyperkrise” kommt? Nein, kann man nicht - aber ich glaube unser jetziges dynamische System ist die beste Versicherung gegen kommende Krisen. Anderes Szenario: Der Ölpreis steigt aufgrund wesentlich schwieriger zu auszubeutender Quellen und zusätzlichem Raffinierungsaufwand innerhalb eines Jahrzehntes um ein Vielfaches. Gerade *darin* sind Märkte doch sehr sehr gut: Preisinformationen verarbeiten und möglichst schnell nach dezentralen Lösungen für Knappheitsprobleme suchen -> mit Sicherheit nicht sehr spaßig für unseren Wohlstand, aber ansonsten mache ich mir da keine großen Sorgen. Wenn du das alles für unrealistisch hälst, bitte. Für mich ist sind das ähnlich reale Szenarien wie der Ausbruch der Pest in vergangenen Jahrhunderten. Und für mich ist es ähnlich real wie der Ausbruch der Pest in *diesem* Jahrhundert
Siehe Szenarien oben. Wenn du solche Sachen für völlig ausgeschlossen oder auch nur sehr unwahrscheinlich hälst (oder VT), dann brauchen wir hier eigentlich nicht mehr weiterdiskutieren. Denn darauf stützen sich die Befürchtungen. Ich halte sie nicht für ausgeschlossen sondern - wie offenbar die meisten anderen Menschen auch - für ausreichend unwahrscheinlich. Ist es unmöglich das ich überfahren werde, wenn ich das Haus verlasse? Bestimmt nicht.. verlasse ich trotzdem das Haus? Ganz sicher.. (Manche) Politiker wollen uns auch weismachen hinter jeder Ecke lauere neuerdings ein Islamo-Faschistischer Terrorist - aber ich leb’ lieber mit dem Risiko als in einem Fascho-Staat. Übrigens: Wenn du tatsächlich überzeugt bist, das alle profesionellen Fremdkapitalgeber und Anleger so fürchterlich vertun (wer weiß? vielleicht hast du ja recht und morgen kracht alles Zusammen) dann solltest du ein bisschen mit Zins-swaps oder sonstigen Derivaten handeln und auf steigende spreads und sinkende Aktienkurse (..wenn die Aktionäre von deiner Theorie erst mal Wind bekommen stürzen die Kurse aber ab wie nichts!) setzen -> damit wirst du der neue Camping Buffet!! Ja, der neue Warren Buffett in einer verstrahlten Wüste. Toll. Also von Thermonuklear-Waffen war bisher nicht die rede .. so langsam wird es ja ziemlich “Schäublig” hier Mach dir mal nicht gleich in die Hosen! .. Sag mal, was ist eigentlich deine Alternative? Eines dieser Staatsbanken-Systeme die *wirklich* alle 10 Jahren zusammenkrachen, Hyperinflation erzeugen und Millionen Menschen mit in den Abgrund reißen? So wie jetzt wieder mal in Simbabwe? Habe ich nichts konkret ausgearbeitetes. Eine Mindestreserve von 100% wäre ein Anfang. Ein mit starken Anti-Korruptionsgesetzen ausgestattestes Staatsbankenbasiertes System wäre auch denkbar, also nicht wie in Simbabwe. Darüber müssten sich Experten Gedanken machen. Jaja und Bundeswehr im Inneren, lückenlose Telefonüberwachung, Gen-Daten Pool und Internetzensur - ohne mich! Ist es nicht genauso “unfair”, das “hässliche” Menschen nicht so leicht einen Partner finden? Was genau sollte der Staat denn da machen? Das ist unfair. Wenn der Staat da eine rationale Möglichkeit hätte, sollte er da was tun.