Re: Polizei zeigt normale Bücher als angebl. Kinderpornographie - ob das alles i - Polizei sprengt internationalen Kinderpo…
polizeiGerade kam der Fall auch in den Fernsehnachrichten.
>
> Welche Fernsehnachrichten meinst du?
Die Filmeinspielung lief gerade auf mehreren Sendern. Ich glaube,
das kam bei der ARD.
> Das war auch in der 20 Uhr-Tagesschau so.
> Ich halte es für unangemessene Stimmungsmache, wie beschlagnahmte
> Güter von der Polizei oft der Presse präsentiert werden, auch wenn es
> sich um harmlose bzw. legale Dinge handelt.
Ich sehe das ganz ähnlich. Eigentlich sollte man den betreffenden
Ministern mal einen Brief schreiben. Es stimmt sehr bedenklich,
gross von X-Tausend Verdächtigen zu berichten, die angeblich
Kinderpornographie
besassen und dann ganz legale Bücher wie den Hite-Report dem
Fernsehpublikum
als angebliche Kinderpornographie vorzuführen.
Das wäre so, als würde man im Falle eines angeblichen Grossdealers
dessen
Hausapotheke als illegale Drogen vorführen.
> Ich halte es auch für schlechten Journalismus, solche
> Präsentationen ohne entsprechend kritischen Kommentar abzufilmen,
> weil so eine nicht vorhandene Masse illegalen bzw. gefährlichen
> Materials suggeriert wird.
> Soweit vermutlich unsere Übereinstimmung.
Das sehe ich ganz ähnlich. Man hätte wenigstens ansprechen müssen,
dass
einige der präsentierten Bücher völlig legal waren.
> Laut Tagesschau war die Mehrzahl der Verdächtigen der Polizei
> gegenüber geständig. Das spricht imho dafür, dass in den meisten oder
> zumindest zahlreichen der verdächtigen Fälle tatsächlich illegale
> Pornographie im Spiel ist.
Das habe ich zwar auch gehört, bin aber dennoch etwas skeptisch.
Schliesslich
wissen wir nicht, was sie gestanden haben. Vielleicht haben einige
lediglich zugegeben, normale Pornobilder getauscht zu haben. Auch
dies kann ggf.
dank dem Jugendschutzrecht strafbar sein, wenn die tauschenden selbst
Minderjährig waren.
Es fällt mir nämlich schwer zu glauben, dass Lehrer und Geistliche
gleich
reihenweise an Kinderpornographie interessiert sein sollen.
> Nun darf (und sollte) weder die Polizei, noch die von der Polizei
> eingeladene Presse kinderpornographisches Material veröffentlichen.
> Entsprechend ist einzusehen, dass keine “eindeutigen” Bilder zu sehen
> waren.
Auf den ersten Blick ist das der Grund. (Das macht die Sache noch
problematischer, denn es wird behauptet, dies und das gefunden zu
haben,
um (so gerade die ARD in den Nachrichten) noch höhere Strafen für
einen
blossen Zugriff auf einen solchen File im Internet zu fordern. Den
Beweis bleibt man jedoch letztlich schuldig.)
Das ist jedoch nicht ganz korrekt. Es gibt nämlich soweit ich mich
erinnere in dem Paragraphen u.a. eine Ausnahme für Fahndungszwecke.
Immerhin wurde in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY-Ungelöst schon mal
derartiges Material zu Fahndungszwecken ausgestrahlt.
Ausserdem hätte man leicht Teile solcher Bilder unkenntlich machen
können,
um aber dennoch anhand eines unscharfen Bildes nachzuweisen, dass
tatsächlich
Kinder in pornographischer Weise abgebildet waren.
Stattdessen wurden Bilder von angezogenen Minderjährigen gezeigt und
in dem Filmbeitrag sogar Bilder von Minderjährigen generell mit
strafbarer Kinderpornographie gleichgesetzt.
Das ist eigentlich ebenso falsch wie die Erläuterungen des WDR zum
neuen Urheberrecht, man dürfe weder einen Kopierschutz für ein Backup
umgehen
noch Tauschbörsen im Internet nutzen und würde sich andernfalls
strafbar
machen, wobei Haftstrafen drohen würden (so der WDR vorgestern).
Ich finde Präsentation und Berichterstattung daher inakzeptabel,
zumal man
in beiden Fällen (speziell auch der ARD) gleich nach einem strengeren
Gesetz mit langjährigen Haftstrafen (und Ahndung als Verbechen mit
Mindesthaftstrafen) für blossen Besitz so eines Files ruft.