Re: Sehr gut! - Polizei-Razzien bei belgischen Napster-U…

polizeilso was ist so falsch an der Musikindustrie? - Weckt Sie nicht
> die
> > Lust und deckt Sie nicht den Bedarf der Konsumenten?
> Eben das macht sie: Sie ist a) eine Industrie, d.h. sie ist daran
> interessiert, in erster Linie Gewinn zu machen, nicht unbedingt
> gute
> Musik zu
> fördern, b) weckt sie die Lust der Konsumenten, klar, genau wie
> jede werbende Industrie: Ohne die gezielte Schaffung dieser
> Bedürfnisse
> und dieses Marktes gäbe es sie in dieser Form sicher nicht.
> Das kannst Du jetzt gerne benutzen, um mich als Gegner der
> Marktwirtschaft hinzustellen - was ich nicht bin - aber darum
> geht es mir nicht: Es geht mir vielmehr darum, einmal zum Denken
> darüber anzuregen, was “Musikindustrie” eigentlich bedeutet.
In einer so schnellen Zeit wie heute nimmt die Musikindustrie den
Leuten Ihren “Entscheidungszwang” ab und serviert massengerechte
Konsumware. Die meisten Konsumenen nehmen dankend an.
> Ich
> bin selber Musiker (mit vergleichsweise bescheidenem Talent), von
>
daher bin ich halt involviert, auch wenn ich keinen Vertrag mit
> einer großen Plattenfirma habe. Worum geht es bei Musik? Sie ist
> im wesentlichen die Sprache von Gefühlen, nicht? Was passiert mit
> uns,
> wenn solche immaterielle Dingen immer mehr zur Handelsware werden?
Es gibt z.B. auch bei Bildern eine Industrie, die den ganzen Tag lang
Drucke produziert und daneben eben Kuenstler, die Ihre Gefuehle damit
ausdruecken.
Wer aber keine Lust hat, sich mit den Gefuehlen des Kuenstlers
auseinanderzusetzen oder einfach nur ein Bild haben moechte, laesst
sich eben von der Druckindustrie etwas praesentieren, das dem Geschmack
der Konsumenten der heutigen Zeit entspricht. Und die meisten
Konsumenten nehmen dankend an.
> > Leute wollen eine Musiklandschaft, die nach Euren Gedanken
> > aussieht?
> Also mal zur Klarstellung: Ich benutze selber kein Napster - nicht
> weil ich es nicht gut finde, sondern für mich persönlich einfach
> unpraktisch. Und sicherlich gibt es niemand aus meinem
> Bekanntenkreis,
> der den Leuten einen “bestimmten” Musikgeschmack vorschreiben
> wollte -
> im Gegenteil: Gerade die große Musikindustrie ist es doch, die den
> den Mainstream-Massengeschmack vorgibt und die Vielfalt
> einschränkt,
> die den Kiddies erzählt, was angesagt ist und was nicht.
Das mag sein. Aber es ist eben ein massenpsychologisches Problem. Und
die “Massen” haben doch kein Verstaendnis fuer die Ideale einzelner!
Und da z.B. ein Angesteller in einem CD-Presswerk etwas verdienen
moechte, ist er auch bestimmt ganz froh, wenn sein Boss Auftraege von
eben dieser Musikindustrie bekommt, die dafuer sorgt, das viele
Menschen tagtaeglich etwas zu tun haben!
> Und das finde
> ich eben Scheiße! Weil die Leuten damit verwehrt wird, ihren
> eigenen
> Geschmack zu finden und zu bilden. Ist das nachvollziehbar?
Klar ist das nachvollziehbar. Aber da muss man doch an den Leuten
selbst ansetzen und nicht an der Industrie! - Die Industrie versucht
doch nur den “Nerv der Zeit” zu finden. Da aber viele nicht an einem
eigenen Geschmack interessiert sind, sucht die Industrie eben Produkte,
mit der sie am meisten Geld verdienen kann… und das fuehrt dann eben
zu Mainstream.
Und irgendwie regt sich keiner auf ueber den Mainstream. Nur wenn die
Leute selbst mal umdenken wuerden, wuerde sich hier etwas aendern.
Eine Minderheit wird IMHO aber nie gegen eine Mehrheit ankommen…

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